Das perfekte Tinder-Bild: So gehts richtig

Wenn du dich in die Welt des Online-Datings stürzen willst, dann zählt als erster Eindruck genau eines: Dein Bild. Doch da lauern Gefahren. Welcher Eindruck entsteht? Worauf achte ich beim Licht oder beim Gesichtsausdruck? Zeit, etwas Klarheit zu schaffen.

Vermutlich muss ich in diesem Artikel gar nicht auf die Gründe eingehen, weshalb Dating Apps wie Tinder (für Android und iOS) so rege genutzt werden. So manch einer sucht die grosse Liebe und erhofft sich beim Swipen diese zu entdecken oder entdeckt zu werden. Die grosse Masse fingert ihr Smartphone aber aus offensichtlicheren Gründen. Wer als Frau oder Mann schnellen unkomplizierten Sex möchte, bekommt diesen auch. Und das ist heutzutage zum Glück okay.

Wie auch im echten Leben zählt bei diesen Apps der erste Eindruck und der ist in beiden Fällen visuell. Wir können am Gegenüber weder schnuppern noch lecken, sondern sehen ein Foto. Innert einer Zehntelsekunde verarbeitet unser Hirn den ersten Eindruck und daraus entsteht dann ein Gefühl von Sympathie oder Antipathie. Hand aufs Herz: kannst du dir vorstellen mit jemandem zu schlafen, der dir nicht mal auf einem Bild sympathisch ist?

 

 

Mach es nicht wie die Anderen

Bevor ich auf das eigentliche Thema komme und dir mit einfachen Techniken und ein bisschen Psychologie zu einem besseren Tinder Profilbild verhelfe, muss ich erst noch etwas in eigener Sache loswerden. Bei der Arbeit mit der Kamera hatte ich bereits die unterschiedlichsten Menschen vor der Linse. Wer sich beispielsweise nackt von mir ablichten lässt, bringt mir äusserst viel Vertrauen entgegen. Auf dieser Basis entstehen einmalige Gespräche und ich höre immer wieder von den selben Fehlern, welche die Männerwelt beim Dating anstellt.

Kurz zusammengefasst: Frauen sind frustriert von all den schlechten Anmachen. Egal ob bei Tinder, am Freitagabend in der Bar oder von Männern im Freundeskreis, die sich probieren, verzweifelt ranzumachen. Und auf der Gegenseite hilft es noch weniger, dass es immer noch eine Grosszahl an Jungs gibt, welche Frauen, die Sex möchten, beleidigen. Bitte geht mit eurem Denken alle zurück ins 18. Jahrhundert und holt euch die Pest. Wer wirklich etwas übers Verführen lernen möchte, sollte unbedingt sein Datingprofil löschen und beispielsweise «Die perfekte Masche» von Neil Strauss oder «Die 24 Gesetze der Verführung» von Robert Greene lesen.

 

Warum genau du?

Zurück zur App. Ähnlich wie beim Spruch «Kleide dich für den Job den du willst, nicht für den den du hast» solltest du auch dein Profilbild auswählen. Als erstes empfiehlt sich, dass du dir Gedanken darüber machst, wonach du denn eigentlich suchst. Wenn du jemanden finden möchtest um dein Bett für eine Nacht zu teilen, dann muss dein Profilbild nur das zeigen, was dafür nötig ist: Deinen Körper und deine Fähigkeit, dass du die/der Richtige für den «Job» bist.

Die Attraktivität liegt hier in der Funktion. Bei Männern heisst dies, dass sie eher wie «Macher» aussehen müssen. Dein weibliches Tinder-Gegenüber muss das Gefühl bekommen, dass du selbstbewusst bist und einer, der weiss was er macht bist. Falls du dich selbst nicht so fühlst, dann «Fake it ‘til you make it». Und ganz wichtig, Oben-ohne-Fotos kommen trotz deinem trainierten Körper und deinem Sixpack nicht gut an. Selbst auf Frauen die nur Sex möchten, wirkt dies zu plump. Eine Freundin meinte einmal zu solchen Bildern: «Wenn ich Sex mit einer Maschine wollte, würde ich mir einen Vibrator kaufen.» Pack deine Muskeln also lieber in ein enges Shirt und zeig so, dass du regelmässig trainierst.

 

Der Badezimmer-Effekt

Als Frau solltest du ebenfalls Selbstbewusstsein mit deinem Profilbild ausstrahlen. Aber: Viele Männer haben immer noch Angst vor starken Frauen. Da frage ich dich als Frau: Willst du wirklich mit solchen Männern schlafen? Deine Weiblichkeit kannst du trotzdem betonen, indem du zwei einfache Tipps beachtest.

Achte bei deinem Foto darauf, ein möglichst weiches Licht in deinem Gesicht zu haben, also keine harten Schatten. Stell dich dafür zum Beispiel an ein grosses Fenster, ohne dass dir die Sonne direkt ins Gesicht scheint. Als zweites solltest du immer darauf achten einen schönen Lichtreflex in den Augen zu haben. Der kleine weisse Punkt lässt dich aktiver und gesunder aussehen, was dich attraktiver erscheinen lässt. Du kannst selbst mal mit deinem Smartphone herumlaufen und ausprobieren, wann du diesen Lichtreflex in den Augen hast.

Übrigens: Diese zwei Tipps sind der Grund, weshalb Badezimmerspiegel so beliebt für Fotos sind. Weiches Licht und einen grossen Reflex in den Augen.

Superschurke oder Superheld

 

Auf die Frage, ob man auf einem Bild lächeln sollte oder nicht, gibt es keine eindeutige Antwort. Aber so viel sei gesagt: Du kannst James Bond sein und mit deiner kühlen und abgeklärten Art reihenweise Frauen faszinieren. Wenn dann aber ein Typ kommt, der sie zum Lachen bringt und sie sich wohl fühlt, dann wird dieser garantiert faszinierender sein. Schlussendlich kann man sich mit jemandem, der einem sympathisch ist eher vorstellen ins Bett zu gehen, als mit jemandem der es einem nicht ist.

Als gutes Mittelmass dient ein kleines Schmunzeln auf einer Seite des Mundes. Dieser Ausdruck steht gleichermassen für Schlagfertigkeit und Verspieltheit, was als gute Kombination für die Datingwelt gilt. Merke dir, Augen und Mund sind die ersten Dinge auf die dein Gegenüber achtet, egal ob auf einem Bild oder wenn durch eine Einkaufsstrasse tingelst. Aus diesem Grund solltest du auf deinem Profilbild auch nie eine Sonnenbrille tragen oder dein Gesicht verdecken.

Mehr als ein Techtelmechtel

 

Viele haben mit Tinder jedoch längerfristige Absichten. Also mehr als ein bisschen Spass im Bett. Wer vor dem ersten Date bereits an das Zweite oder Dritte denkt, der kann mit seinem Profilbild bereits für den richtigen Match vorsorgen. Anstatt nur deinen Körper in den Vordergrund zu rücken, zeig was du liebst, wer du bist und was dich ausmacht.

Dein Gegenüber wird mit seinem ersten Eindruck bereits einschätzen können, ob du zum ihm passt oder nicht. Wenn du als Frau beispielsweise dein geliebtes Skateboard anstatt deinen Ausschnitt zeigst, kriegst du sicher weniger Matches, dafür aber die Richtigen für ein klassischeres Dating. Auch wenn du als Mann schon an die gemeinsamen Spaziergänge mit deiner neuen Bekanntschaft und deinem Hund denkst, nimm deinen Vierbeiner mit aufs Bild. Ob der Weg dahin dann übers Bett führt oder nicht… Das entscheidet ihr selbst.

 

Augen lügen nicht

 

Bild Nummer zwei wurde auf Augenhöhe fotografiert. Es wirkt direkt und doch äusserst entspannt. Das dritte Bild ganz rechts wurde von unterhalb der Augenhöhe fotografiert. Aus dieser Perspektive entsteht automatisch ein Schlafzimmerblick, da die Augenlider der Pupille nach unten folgen. Auf diese Art wirkt die fotografierte Person ebenfalls grösser und stärker.

Der Winkel aus dem du zu erkennen bist, ist äusserst entscheidend. Bei Bild Nummer eins ist die Kamera oberhalb der Augenhöhe platziert. Dadurch hat man sehr wache und grosse Augen, wirkt aber bei einem zu grossen Winkel nach oben sehr unterwürfig.

 

 

 

 

 

Anfängerfehler

Egal ob du nun ein neues Bild schiesst oder deinen Handyordner durchgehst, um ein neues auszusuchen, achte auf diese Details und es wird definitiv einen Unterschied bei deinen Matches geben. Gegen Ende noch eine Aufzählung von offensichtlichen Dingen, die trotzdem noch viele falsch machen:

  • Keine Gruppenbilder
  • Keine Bilder im Liegen
  • Nicht von unten in die Nasenlöcher fotografieren
  • Keine Nahaufnahmen von deinem Gesicht
  • Keine Aufnahmen auf denen du unerkennbar weit weg stehst
  • Und nie ohne Gummi

Damit solltest du bereits die gröbsten Fehler ausschliessen können. Nachdem du nun einen guten ersten Eindruck hinterlassen hast, kannst du dich Voll und Ganz deinem Tinder-Match widmen.

 

Artikel verfasst von Tizian Tenzin