Light Control

Ohne Licht, kein Bild. Das ist das Grundgesetz des Kamerakünstlers.

Lichtkontrolle

Ohne Licht, kein Bild. Das ist das Grundgesetz des Kamerakünstlers. Wer dazu noch das Licht zu kontrollieren weiss, hebt sich bereits von der Fotografen- und Filmmasse ab. Dass Qualität nicht abhängig von teurem Equipment ist, lernt jede/r Kameramann/frau in kürzester Zeit. Es geht vielmehr darum, das Licht mit jeglichen Mitteln genau dort hinzubringen wo es sein soll. Nicht zu viel und nicht zu wenig davon. Man lenkt das Auge des Betrachters immer an die richtigen Stellen. Durch Lichtkontrolle bestimmt man die Aussage und Gefühle der Szene. Wer dies beherrscht, kann grossartige Dinge erschaffen.

Die Lichtkontrolle betrifft Film und Fotografie gleichermassen. Ebenfalls können die meisten Gerätschaften bei Blitz und Dauerlicht angewendet werden. Hilfsmittel wie Barndoors, Filter oder Grids werden direkt an der Leuchte montiert. Reflektoren, Diffusoren oder Flags für gewöhnlich zwischen der Lichtquelle und dem Set. Die richtige Wahl der Leuchte ist ebenfalls wichtig.

Flags

Um Licht abzuschatten wird ein Flag angewendet. Es handelt sich um einen matten stoff welcher einen geringen Reflexionsgrad aufweist, welche zwischen die Lichtquelle und den Ort des unerwünschten Lichts gestellt wird. Mit einem Stativ kann es flexibel an einem Boom Arm befestigt und eingerichtet werden. Die meisten Flags sind mit schwarzem Stoff bespannte Rahmen. Dieses Hilfsmittel wird auch sehr oft verwendet und das Licht im Vorder- und Hintergrund unabhängig voneinander zu gestalten. Je nach Wahl des Haupt- und Aufhelllichts, muss die Entfernung des Flags richtig eingesetzt werden.

Mit Flags wird auch ‚Negative Fill‘ erzeugt. Genau umgekehrt wie mit einem Reflektor, möchte man aufhellendes Streulicht vermeiden und einen Negativ Schatten erzeugen. Dieser gibt Portraits und Szenen oft die nötige Tiefe und Spannung. Eine weiterer Verwendungszweck ist die Vermeidung von Streulicht in die Linse. Sogenannte ‚Flares‘ erfreuen sich zwar grösster Beliebtheit unter einer grossen Zahl von Filmern und Fotografen, trotzdem kann man mit dem Flag diese auf Wunsch verschwinden lassen. Für diesen Zweck gibt es auch an der Mattebox des Kamerarigs Flags.

Cutter

Der Cutter ist praktisch dasselbe wie ein Flag und hat auch die genau gleiche Funktion. Der Begriff Cutter wird jedoch bei besonderen Grössen verwendet.

GRID

Wer weiches Licht möchte, welches nicht zu sehr in die falsche Richtung streut, benötigt ein Grid. Dies ist ein Gitter, welches vor eine Softbox montiert wird. Nicht zu verwechseln ist dieses Grid mit dem Grid, welches die Aufhängung an einer Studiodecke definiert. Das Grid als Lichthilfsmittel ist meist aus Stoff gefertigt und sogar handgenäht. Da es technisch nicht möglich ist das Grid mit einer Maschine anzufertigen, ist es meist unerwartet teuer. Wer es jedoch zu nutzen vermag, weiss wie preiswert es ist.

Die Anwendung ist leicht. Dieses Stoffgitter wird handelsüblich vor den Diffusor einer Softbox angebracht. Je nach Anwendung auch in einem Rahmen auf dem Stativ. Das Gitter ist je nach gewünschtem Streuwinkel anders aufgebaut. Das Lichtaustrittwinkel ist kombiniert aus der Tiefe der Löcher und deren Grösse. So kann die Streuung stark eingegrenzt werden und das weiche Licht ist weiterhin vorhanden. Der Lichtoutput verringert sich dabei insofern, dass vorher existierende Reflektionen von den Seiten fast verschwinden.

In der Fotografie finden sich oft herausnehmbare Aluminium Grids vorne an Light Bowls. Die Schüsseln auf den Blitzgeräten dienen dazu, das grelle Blitzlicht in die richtige Richtung zu leiten. Auch hier funktionieren die Grids, diese Richtung noch präziser zu definieren. Anders als bei Softboxgrids, sind die Blitzgrids nicht quadratisch, sondern in der Form von Bienenwaben angeordnet.

Barndoor

Die Flügeltore, bekannt unter dem Namen Barndoors, sind zur Lichtbegrenzung an einer Spotleuchte. Auch hier geht es darum den Lichtkegel unter Kontrolle zu bringen. Die vier oder acht Tore sind meist direkt an der Leuchte oder an einem abnehmbaren Aufsatzring vorne an der Leuchte befestigt. Mit dem nach Innen Bewegen der Tore verkleinert sich der Austrittskegel. In der Praxis immer wieder anzutreffen ist das beinahe schliessen der Tore, damit es nur einen länglichen Lichtstrahl gibt, ähnlich wie Licht in ein dunkles Zimmer gerät, wenn die Türe einen Spalt geöffnet wird. Für fast jede Anwendung sind Barndoors an einer Spotleuchte hellstens zu empfehlen.

Filter

Die Filter haben leider noch nicht den kompletten Einzug bei Anfängern und Semi-Pro Anwendern gefunden. Was an Spielfilmsets nicht mehr wegzudenken ist, macht Welten beim Endprodukt aus. In erster Linie geht man bei Filtern von Farbkorrekturen aus.

Die wohl bekanntesten Filter in dieser Kategorie sind CTO und CTB Filter. Ausgeschrieben heisst dies ‚Correct to orange‘ und ‚Correct to blue‘. Die Farbkorrektur zu orange und blau nutzt man um Tageslicht zu Kunstlicht und umgekehrt Kunstlicht zu Tageslicht zu filtern. Diese Filter werden auf den einzelnen Leuchten montiert. Beim Befestigen der Kunststofffilter an einer Leuchte sollte unbedingt die Hitzeausstrahlung beachtet werden. Es kommt nicht selten vor, dass dieses praktische Gadget einfach verschmort.

Mit der Digitalfotografie und raw-Files hat die Bedeutung der Filter längst abgenommen. Nichts desto trotz ist das Wissen und die richtige Anwendung Essentiell. Ein Bild mit korrektem Weissabgleich ist nicht immer ein schönes Bild. Verschiedene Farbtemperaturen richtig gemischt sind oft die richtige Wahl für eine Bildstimmung. Dafür gibt es Filter und Aufsätze in allen Farben. Für einen Horrorfilm beispielsweise kann ein düsteres Grün oder gedämpftes Rot an der richtigen Stelle Wunder wirken. Das Wissen zur richtigen Anwendung muss man sich aber nicht alles selbst erarbeiten. Wer Bilder und Filme konsumiert kann ununterbrochen über Farbspielereien lernen und dies dann selbst ausprobieren. Der Grundsatz gilt jedoch weiterhin: Die Aufnahmen gleich richtig in die Kamera bringen und nicht erst in der Postproduktion fixen.

Fast schon ironisch hört es sich an, dass sich Farbfilter grosser Beliebtheit bei Schwarzweiss Aufnahmen erfreuen. Durch die Anwenden von Filtern kann die Luminanz bestimmter Farben im Bild verändert werden. Dies entspricht auf Schwarzweiss Aufnahmen dem Kontrast. Beispielsweise kann mit einem roten Filter ein blauer Himmel dunkel dargestellt werden, so dass weisse Wolken im Bild intensiv herausstechen. Bei Portraits sollten solche Filter gut bedacht sein. Ein grüner Filter bringt beispielsweise Hautunreinheiten stark zum Vorschein. Noch eher unbekannt ist die Infrarotfotografie. Sie lässt Landschaften wie aus Märchen erscheinen und Grüne Wiesen und Wälder gleichen Winterlandschaften. Für dieses Verfahren müsste man jedoch optimaler weise seine Kamera umbauen und den Tiefpassfilter am Sensor entfernen und gegen einer Infrarot durchlässigen Filter ersetzen.

ND Filter haben viele Kameras bereits verbaut. Die Neutraldichtefilter, Neutralfilter oder meist Graufilter genannt, dienen dazu den Lichteinlass in das Objektiv zu verringern. Diese Filter bestehen aus gefasstem Glas oder Kunststoff. Entweder werden sie direkt mit dem richtigen Durchmesser auf das Objektiv geschraubt oder als Platte in die Mattebox gesteckt. ND-Folie zum abkleben ganzer Fensterfronten ist ebenfalls erhältlich. Doch was macht dieser Filter genau und wann wird er angewendet?

Im Grunde dunkelt er das Bild ab, ähnlich wie eine getönte Scheibe in einem Auto. Nun stelle man sich einen äussert sonnigen und hellen Tag vor. Wer seine ISO Werte bereits auf geringster Stufe hat, die Blende komplett geschlossen und sich nun mit der Verschlusszeit um den restlichen Bildstil kümmern möchte, kommt oft an seine Grenzen. Mit dem Abdunkeln durch einen ND Filter, kann ein Bild länger belichtet werden. Das rentiert sich bei Aufnahmen von Gewässern oder auch in der Architekturfotografie, bei der Autos und Menschen verschwommen sein sollten.

Diffusor

Für die Anwendung eines Diffusors, sollte man Kenntnisse über weiches und hartes Licht besitzen. Ein Diffusor ist Grundsätzlich ein Hilfsmittel, um eine Lichtquelle zu vergrössern und damit weicheres Licht zu bekommen. Es handelt sich um eine Lichtdurchlässige Folie oder Stoff, welche an einer Softbox oder in einem Rahmen an einem Stativ befestigt wird. Wenn diese nun angeleuchtet wird entsteht eine grössere Lichtquelle. Der Nachteil ist, dass sich mit diesem Vorgang die Lichtstärke massiv verringert.

Projektion

Egal ob Film, Foto oder Architektur, Projektionen machen einen grossen Teil der Beleuchtungsindustrie aus. Die Projektoren werden vor Spotleuchten montiert um Teile des Lichts an die richtigen Stellen zu bringen. Sogenannte Gobos, das sind gestanzte Metallplättchen, werden dafür in die Projektionsaufsätze geschoben. Diese Projektionen werden im Film- und Fotobereich fast ausschliesslich auf Hintergründe projiziert, um dem Bild eine zusätzliche Tiefe zu geben.